Ägypten 2006/2007

 

Hotel:

Akassia Swiss Beach Resort****

 

Reisezeit:

Ende August bis Anfang September 2006 und März 2007

 

Anreise:

Wir hatten einen Direktflug von Frankfurt nach Marsa Alam gebucht. Die Reisedauer betrug etwa 4,5 Stunden. Es gibt auch Flüge nach Hurghada, doch muss man hier nach der Landung einen ca. 2,5- stündigen Bustransfer in Kauf nehmen. Von Marsa Alam aus wurden wir mit einem Auto in ca. 25 Minuten (40 Kilometer) zum Hotel gebracht.

 

Ein bereits sehr viel versprechender Ausblick beim Landeanflug…

 

Unser Flug erfolgte 2006 mit Hapag Fly und 2007 mit Condor. Für Taucher unproblematisch betrug damals das Freigepäck 20kg generell plus 5kg Handgepäck pro Person und zusätzlich noch 30kg Sportgepäck. So konnten wir problemlos unsere gesamte Ausrüstung (außer Blei und Flaschen) mitnehmen.

Heute sieht das ganze für Taucher leider wohl etwas anders aus, jetzt muss man bei wohl allen Veranstaltern pro Person und Strecke 25 € extra zahlen…

 

Lage des Hotels:

Unser Hotel liegt in Marsa Alam, zwischen El Quseir und Marsa Alam, etwa 150 Kilometer südlich von Hurghada und ca. 500 Kilometer nördlich der Grenze zum Sudan (25°54’50“N,  34°24’20“ E). Wer eine Strandpromenade mit Eiscafes sucht oder abends gerne Diskotheken oder Bars besucht ist hier definitiv am falschen Platz. Hier gibt es eigentlich nichts weiter außer der eigenen Anlage, das Meer, viel Sand und Geröll. Für all diejenigen, die wie wir einfach Ruhe suchen und Tauchen wollen, ist dieser Ort allerdings genau das Richtige.

 

Zimmer:

Man hat die Auswahl zwischen normalen Zimmern, Economy-Zimmern (etwas weiter vom Strand entfernt) und Familienzimmern. Wir hatten ein Economy-Zimmer (seitlicher Meerblick nur von der Terrasse). Das Zimmer war geräumig und sauber mit Klimaanlage, TV, Safe und Kühlschrank, jedoch vermissten wir etwas den ägyptischen Flair, den wir z.B. aus dem Makadi kennen. Unser Apartment lag 2006 etwas außerhalb, sehr ruhig, doch muss man schon mal einige Minuten zum Strand oder zur Tauchbasis gehen. Die leichte Abgeschiedenheit bedeutete aber auch, dass man nicht den ganzen „Lärm“ der Kinder und der Animationsmusik hinnehmen musste. 2007 war die Anlage bei weitem nicht ausgebucht und wir bekamen ein Zimmer relativ nahe am Strand (Block 50), welches viel geräumiger und moderner (neues TV, Klimaanlage mit Fernbedienung, insgesamt neuerer Zustand) als im Vorjahr war.

 

Anlage:

Erst beim Abendessen merkte man, wie viele Gäste eigentlich hier waren. Die Anlage verfügt über 380 Zimmer, doch ist alles so weitläufig, dass man wirklich ausreichend Platz hat. Das Hotel verfügt über mehrere Pools, sogar ein Wellenbad, Wellnesscenter, Fitnessraum, Tennisplätze, Billard und Beachvolleyball. Neuerdings gibt es wohl eine Erweiterung der Anlage um einen Aquapark.

Mal abgesehen vom Pool haben wir aber nichts genutzt – wer will schon bei stechender Sonne Tennis spielen oder in die Sauna…Natürlich gab es dann noch eine Tauchbasis: Diving Akassia (ehemals Water World Diving Center).

Die Anlage war im Jahr 2006 sauber, doch machte sie einen etwas „vernachlässigten“ Eindruck auf uns. Einiges wirkte bereits etwas abgenutzt und die Pflanzen waren teilweise auch nicht gerade taufrisch – wenn überhaupt vorhanden. Das kann aber auch an den Außentemperaturen von tagsüber 40-45°C und nachts nicht unter 35°C gelegen haben.

 

 

2006 konnten wir diese Eindrücke überhaupt nicht mehr bestätigen. Alles war topp gepflegt und erstrahlte in frischem Grün. Überall blühten Petunien und Hibiskus, der Rasen sah zum Reinbeißen aus. Die Temperaturen betrugen aber auch nur etwa 20-25°C, was den Pflanzen und dem Erscheinen der Anlage offensichtlich gut tat.

 

Strand:

Der Strand vor dem Hotel ist etwa einen Kilometer lang und besteht aus Sand und Korallen. Badeschuhe sind hier ein absolutes Muss. Im vorderen Bereich befindet sich die „Animation-Area“, wo Volleyball, Aerobic und ähnliches veranstaltet werden, im etwas abseits gelegenen Strandabschnitt ist die „Relaxation-Area“. Sie verdient aber auch ihren Namen. Den meisten Urlaubern dürfte der etwa zwei Minuten längere Weg hierher zu beschwerlich sein und so hat man wirklich seine Ruhe.

 

Strandpanorama

 

Von hier ist man auch sofort am hoteleigenen Steg, über den man an das Steilriff kommt. Sonst gibt es aber auch keine Möglichkeit, in das Meer zu gelangen. Rechts am Strand existiert noch die „Badewanne“, eine Art Lagune im Riff, in der man eine Menge weiße Muränen und Blaupunktrochen sehen kann. Wenn man aber einmal am Riff getaucht oder geschnorchelt ist, will man hier nicht unbedingt wieder rein. Diese Badewanne ist dafür aber auch bei roter Flagge jederzeit zugänglich.

Auch wenn der Strand nur einen Kilometer lang ist kann man doch recht gut ein wenig außerhalb der Anlage am Meer spazieren. In jeweils etwa einem knappen Kilometer Entfernung in beide Richtungen befinden sich dann auch die Nachbarhotels, die man zu Fuß (Badeschuhe!!!) recht bequem erreichen kann. Wie anscheinend überall in Ägypten gibt es aber auch hier ein Müllproblem: Abseits der gepflegten Anlage findet man schon mal eine Palette, einen LKW-Reifen und Unmengen an Plastikflaschen- und tüten.

 

Verpflegung:

Das Hotel ist eine All Inclusive-Anlage. Im Hauptrestaurant gab es morgens, mittags und abends Buffet, zusätzlich am Stand noch eine Sea-View-Bar und weitere kleine Snack-Stationen. Alle nicht alkoholischen Getränke und Bier waren kostenlos, Cocktails mit mehr als zwei Bestandteilen, frisch gepresster Orangensaft, türkischer Kaffee und Ähnliches kosteten extra.

In der Sea-View-Bar direkt oberhalb des Strandes mit wirklich genialem Ausblick gab es sehr schmackhafte Spaghetti und verschiedene Sorten Pizza und Salate; des Weiteren Pommes, Würstchen und Frikadellen alles typisch ägyptische Gerichte eben :-) – aber wirklich sehr fein. Im Hauptrestaurant sitzt man je nach Jahreszeit unter freiem Himmel um den Pool.

Vom Ambiente ist draußen essen natürlich toll, doch das Essen an sich zumindest 2006 leider weniger. Es ist nicht schlecht, doch auch nicht extra schmackhaft und alles andere als abwechslungsreich. Es gibt jeden Abend ein anderes Thema – Deutsch, Italienisch, Barbecue, Ägyptisch, … – doch wiederholte sich vieles, so dass eigentlich immer nur zwei oder drei Gerichte getauscht wurden, der Rest blieb im Prinzip gleich. Was für ein Glück, dass wenigstens das Bier gratis war :-).

 

Man darf das Essen aber auch nicht allzu sehr schlecht reden. Zum Frühstück gab es immer Omeletts, Spiegelei, Pfannkuchen, Waffeln und viele verschiedene Kaffeestückchen. Dazu dann noch Brot, Brötchen, Wurst, Käse, verschiedene Marmeladen – das normale Frühstück eben. Es war also für jeden immer etwas dabei – auch wenn es den wenigsten wirklich geschmeckt haben dürfte.

Mittags und abends gab es jeweils auch immer ein Salatbuffet mit fertig angemachten Salaten (Achtung: nachwürzen! Also Maggiflasche mitnehmen) und Salate zum selbst zusammenstellen. Außerdem gab es täglich Dessert mit verschiedenen Nachspeisen und Obst.

Wer sich jedoch einen erlesenen Gourmet nennt, der sollte doch besser Ausschau nach einem anderen Hotel halten, denn für ein Hotel der 4-Sterne-Kategorie war ich doch enttäuscht. Selbst in manchen mittleren Hotels der 3-Sterne-Kategorie in Spanien ist das Essen manchmal besser!

 

Die Erfahrungen in 2007 ließen uns fühlen, als hätte man ein komplett anderes Hotel gebucht. Am Essen gab es wirklich nichts auszusetzen! Es war abwechslungsreich und wirklich richtig lecker.

 

Barbecue - Abend

 

Das Fleisch war diesmal auch wirklich Fleisch und bestand nicht aus Knochen, Fett und Knorpel und war von der Konsistenz diesmal nicht wie eine alte Schuhsohle. Wir hatten vom Vorjahr gelernt und in der Tat eine Flasche Maggi und ein Glas Nutella mitgebracht. Diese kleinen Helfer waren wie das Tüpfelchen auf dem "i" und machten das mittelmäßige Essen aus dem Vorjahr allabendlich zum echten Vergnügen.

 

Land und Leute:

Wie für Ägypten typisch war die Gastfreundschaft wieder fast nicht zu übertreffen. Das fast komplett männliche Hotelpersonal bemüht sich so gut es nur irgendwie geht und bestätigt dies oft mit "no problem", bei was auch immer man sagt. Das Zimmerpersonal erfüllte seine Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit und war immer für einen kleinen Small Talk zu begeistern. Das Bedienpersonal in den verschiedenen Restaurants ist unserer Meinung nach kaum zu Toppen: Nach ein, zwei Abenden wussten Tarek und Mohammed, unsere Lieblingskellner, welche Getränke wir in welcher Reihenfolge die Tage zuvor bestellt hatten und an welchem Tisch wir am liebsten saßen sowieso! Sie waren immer zu kleinen Scherzen aufgelegt und echt kaum zu übertreffen. Hier kann sich wirklich keiner beschweren.

 

Sandra und ich zusammen mit unseren Lieblingskellner "Tarek"

 

Im März 2007 war die Anlage bei weitem nicht ausgebucht und so herrschte beinahe eine familiäre Atmosphäre. Wir lernten diesmal so viele nette Leute kennen wie noch nie in nur einer Woche. Zwangsläufig kam man durchs Tauchen ins Gespräch, doch auch mittags und abends hatten wir nach wenigen Tagen stets nette Gesellschaft (an dieser Stelle nochmals liebe Grüße an Nicole + Stefan, Kerstin + André und natürlich die Mädels aus Mainz, "Isamel Eichbohn")

 

Tauchbasis:

Die Tauchbasis im Hotel ist das Diving Akassia (ehemals Water World Diving Center). Ein Einzeltauchgang am Hausriff kostet 25 €. Es werden aber auch verschiedene Pakete angeboten:

-          8 Tauchgänge:        160 €  (20,00 €/Tauchgang)

-          10 Tauchgänge:      175 €  (17,50 €/Tauchgang)

-          24 Tauchgänge:      390 €  (16,00 €/Tauchgang)          (Preise von 2007)

 

Aufpreise für Tauchgänge abseits vom Hausriff: halber Tag: 4 €, ganzer Tag: 8 €. Diese Tauchplätze werden fast alle mit dem Jeep angefahren, was vor allem für Leute mit Reiseübelkeit interessant ist.

Bevor es mit dem Tauchen aber losgehen kann, muss in Zerib Kebir ein Checkdive absolviert werden, sofern man noch nicht Gast im Diving Akassia war. Wenn man aber nicht gerade zum ersten Mal im Wasser ist sollte dieser Tauchgang kein Problem darstellen.

Man muss lediglich ein wenig tarieren, den Automat angeln und die Maske ausblasen – das war’s auch schon. Wenn man weniger als 30 Tauchgänge im Logbuch hat, braucht man einen Guide. Der kostet dann pro Person und Tauchgang 5 € extra.

Getaucht wird mit 12 Liter Aluflaschen oder 15 Liter Stahlflaschen. Die Tauchbasis ist gut ausgestattet. Jeder Taucher bekommt anfangs eine Nummer zugeteilt. So hat jeder seine eigene Kiste für die Ausrüstung, einen eigenen Bügel für den Anzug und seinen gekennzeichneten Bleigurt. Alles ist in einem Anbau sehr gut sortiert, so dass man nicht immer seine ganzen Sachen zusammensuchen muss. Teure Ausrüstungsgegenstände, wie zum Beispiel Computer würde ich aber nicht in der Tauchbasis lassen. Das Gebäude wird zwar über Nacht verschlossen und die Anlage von Wachpersonal gesichert (und uns wurde auch nichts entwendet), doch weiß man ja nie, wer sich dort so rum treibt…

 

Viel Platz für das eigene Equipment und links die Reinigungsbecken

 

Nach dem Tauchen hat man die Möglichkeit, seine Ausrüstung in großen Reinigungsbecken zu säubern. Davon gibt es zwei Stück: Sie bestehen aus einem großen Becken für Anzug, Jacket, usw. und zwei kleinen Becken für Automaten, Computer und andere empfindliche Instrumente.

 

Tauchplätze:

Die meisten Tauchplätze werden mit dem Jeep angefahren. Das ist für diejenigen, die an Reiseübelkeit leiden eine interessante Alternative zu den sonst üblichen Bootsausflügen, doch fehlt ein wenig der Charme eines Tauchtrips raus aufs Meer.

Ich möchte nun mal einige Tauchplätze auflisten, die wir auch selbst betaucht haben:

 

Zerib Kebir:

Wie bereits berichtet, erfolgt an diesem Tauchplatz immer morgens und nachmittags der Checkdive. Aber für einen nüchternen Probetauchgang ist dieser Tauchplatz eigentlich viel zu schade.

Der Einstieg erfolgt über den Strand bis auf etwa 4 m Tiefe. Hier ist eine große Sandfläche, wo die Übungen stattfinden. Wenn man nicht zu sehr rumzappelt und sich ruhig verhält kann man bereits hier viele kleine Röhrenaale in einiger Entfernung entdecken, die wie kleine Schlangen ihre Köpfe aus dem Sandboden recken. Je nach den aktuellen Strömungsverhältnissen geht der Tauchgang dann entweder rechts oder links herum weiter an dem schönen Riff entlang. Geht es nach rechts, durchtaucht man nach kurzer Zeit einen recht imposanten Canyon im Riff, in dem sich meist einige Kugelfische aufhalten.

Dahinter erstreckt sich dann die volle Pracht des Saumriffs. Die Korallen sind hier alle sehr intakt und artenreich, dass man sich kaum daran satt sehen kann. Zwischen den Korallen befinden sich kleine Sandbuchten, auf denen man einige Blaupunktrochen und wie im März 2007 geschehen ein großer Barrakuda gefunden werden kann. Des Weiteren gibt es relativ viele schone Zackenbarsche und in seichteren Sandbuchten viele Pantherbutt und Eidechsenfische.

 

Hausriff Akassia Swiss:

Es liegt wie sich ja vermuten lässt direkt vor dem Hotel. Es ist über einen Steg vom Strand bequem erreichbar, das ganze Equipment wird bis an den Einstieg gebracht. Das Riff fällt sehr steil in über 50 m Tiefe ab und ist bis auf den Bereich um den Einstieg herum in einem guten Zustand.

Da es wirklich beinahe senkrecht in die Tiefe geht, muss man insbesondere beim Sprung ins Wasser darauf achten, genug Luft im Jacket zu haben.

Das Hausriff bietet zwar "nur" eine Steilwand ohne große Variationen, doch kann man hier fast alles antreffen, was sich so im Roten Meer tummelt. Aus der Wand ragen alle paar Meter große Riesenmuränen heraus und es verging fast kein Tauchgang, an dem wir hier keinen Napoleon oder keine Schildkröte gesehen hätten! Für Großfische hatten wir anscheinend immer die falschen Jahreszeiten gewählt, so dass wir nur einen großen Barrakuda und zwei pfeilschnelle Thunfische im Freiwasser vor der Küste ausmachen konnten. Wer sich ein wenig Zeit lässt und nicht an der Wand vorbeihetzt kann hier Kalmare, Oktopusse, Seewalzen, verschiedene Muränenarten, jede Menge Schnecken und vieles weiteres Getier zwischen den Korallen entdecken.

Als Hausriff ist es auf alle Fälle erste Sahne und auch zum Schnorcheln bestens geeignet (sofern nicht gerade rote Flagge ist).

Auch ein Early Morning- oder Night Dive sollte man nicht auslassen. Bei Sonnenaufgang ist das Riff voller Leben und man sieht mach anderes Getier als tagsüber – insbesondere größere Fische.

Nach Einbruch der Dunkelheit werden überall kleine Augenpaare von den Lampen erleuchtet und bei näherem Hinsehen offenbaren sich unzählige kleine Garnelen. Auch verschiedene große Würmer, Walzen, Krebse und Langusten konnten beobachtet werden.

Selbst wenn so ein Nachttauchgang in den ersten paar Sekunden vielleicht etwas befremdlich ist, bietet er eine besondere und eigentümlich schöne Atmosphäre.

 

El Cheikh Malik:

Dieser Tauchplatz wird von der Tauchbasis als Alternative zum viel bekannteren Abou Dabbab (siehe weiter unten) angeboten. Hier ist pro Person nur ein Aufschlag von 4 € für den Jeep zu entrichten, sonst werden die normalen Tauchkosten berechnet.

An diesem Platz hat man laut Basis gleich hohe Chancen, Dugongs zu sehen wie in Abou Dabbab.

Der Weg bis zum Seegras, in dem sich die friedlichen Riesen aufhalten ist jedoch recht lang, so dass bereits einige Luft verbraucht ist. Leider war es uns nicht vergönnt, die Tiere hier anzutreffen. Überhaupt gab es bei diesem Tauchgang nicht viel Erwähnenswertes zu sehen. Im verhältnismäßig trüben Wasser konnte man gerade noch eine Grüne Schildkröte erkennen, bevor sie davonschwamm.

Sonst gab es im Seegras einige kleine Schnecken und viele fluoreszierende Quallen (ich glaube, es waren Würfelquallen!?). Sie sahen aus wie aus dem Film Abyss – wie eine teilweise durchsichtige Birne und vier Streifen über die regenbogenfarbige Leuchtfeuer liefen. Sonst waren wir eher enttäuscht und entschieden uns doch noch zu einem weiteren Trip nach Abou Dabbab.

 

Abou Dabbab:

In der Umgebung von Marsa Alam ist dieser Tauchplatz derjenige mit der größten Chance, Dugongs, Riesenschildkröten und Gitarrenrochen zu entdecken. Wir betauchten diesen Platz im September 2006 und wieder im März 2007.

2006 hatten wir das Glück, nach bereits fünf Minuten über dem Seegras auf ein 3 m-Dugong zu stoßen. Laut unserem Guide handelte es sich um ein männliches Tier mit einem Gewicht von über 500 kg. Ein wirklich unbeschreiblicher Anblick, wie diese riesige "Mischung aus Pottwal und Seeelefant" friedlich und in aller Ruhe die Seegraswiese abweidet. Nach einigen Minuten verschwand das Tier dann im tieferen Wasser und konnte an diesem Tag nicht wieder gesichtet werden.

Die Seegraswiese befindet sich in einer Tiefe zwischen 6 und 12 m und ist an beiden Seiten von einem schönen Korallenriff eingerahmt. Auf den beiden anderen Seiten befinden sich der flach abfallende Sandstrand und das offene Meer.

Im Jahr 2006 wurde von unserer Tauchbasis dieser Tauchplatz als Ganztagestour angeboten. Es gab einen Tauchgang jeweils vor- und nachmittags und in der Mittagspause leckeres ägyptisches Essen, welches vor Ort am Strand in netter Atmosphäre zubereitet wurde. 2007 im März wurde Abou Dabbab nur noch als Halbtagesausflug mit nur einem Tauchgang angeboten. Es wird ein Aufpreis von 23 € zusätzlich zum normalen Tauchen erhoben.

Die Situation aus 2006 fand ich wesentlich angenehmer, zumal die Anfahrt vom Akassia Swiss Resort etwa eine Stunde dauert und der Aufwand für einen Tauchgang schon recht hoch ist – abgesehen davon ist der Aufpreis für nur einen Tauchgang schon happig.

Des Weiteren haben wir bei den insgesamt drei Tauchgängen mehrere Gitarrenrochen, beinahe unzählige riesige Grüne Schildkröten mit teilweise über 1m Länge und Schiffshaltern, Kalmare, viele Goldmakrelen und eine schwarz/weiß gebänderte Seekobra gesehen – nein, es war kein Aal :-).

Trotz der hohen Kosten und des großen Aufwandes kann ich diesen Tauchplatz absolut empfehlen. Jeder unserer Tauchgänge war ein Erlebnis und wirklich großartig.

 

Soug Bahar:

Dieser Tauchplatz wird auf der Homepage von Diving Akassia als einer der schönsten Plätze aus ihrem Angebot beworben. Dieser Aussage kann ich zustimmen.

Der Tauchgang beginnt zunächst mühsam mit einem 200 m-Fußmarsch über den Strand zur Einstiegsstelle. Hier ist eine Leine im Wasser gespannt, die den Weg durch das Riff kennzeichnet und an der es sich empfiehlt, festzuhalten.

Bereits die ersten paar Minuten durch die verästelten Einschnitte im Riffdach bekamen wir hier einen schönen Krokodilfisch und mehrere Kofferfische zu Gesicht. Dann endlich erreicht man die Kante des Riffdachs und es eröffnet sich einem der Blick auf eine schöne Korallenlandschaft. Während des weiteren Tauchgangs konnten eine imposante Riesenmuräne, Blaupunktrochen und viele Eidechsenfische ausgemacht werden – und natürlich alles weitere an Getier was einem sowieso vor der Maske herumschwimmt.

Eine Besonderheit in Soug Bahar ist eine kleine Höhle, die man durchtauchen kann. Sie ist nicht besonders lang oder tief und somit auch nicht besonders anspruchsvoll, doch ist es ein Erlebnis aus dem Dunkel der Höhle zu den beiden Ausgängen zu schauen, durch die das Sonnenlicht in Strahlen einfällt.

Abgesehen von der Höhle gibt es in Soug Bahar jetzt nichts extra Spektakuläres, doch die Unterwasserlandschaft ist wirklich eine der schönsten, die ich bisher gesehen hab und auf alle Fälle einen Tauchgang wert.

 

Wir haben noch einige weitere Tauchplätze betaucht, doch fehlt mir ehrlich gesagt die genaue Erinnerung an alle Einzelheiten. Bevor ich etwas Falsches beschreibe, möchte ich lieber die noch fehlenden Tauchplätze auflisten, an denen wir ebenfalls getaucht sind:

 

-          Zerib Sureya:

Hier gibt es sehr viele Skorpionsfische und eine schöne Unterwasserlandschaft zu bestaunen.

 

-          Maheleg:

Auch hier sind die Korallen noch sehr intakt. Aus Spalten strecken sich einige Riesenmuränen. Auf einer flachen Sandbank zwischen den Korallen kann man schlafende Kugelfische und viele Blaupunktrochen finden.

 

-          Wizr:

Diesen Tauchplatz kann ich nicht empfehlen, eigentlich habe ich mich gefragt, was ich dort überhaupt wollte. Es herrschte eine wahnsinnige Gezeitenströmung und im Prinzip war der Tauchplatz eine große Sandbank mit vereinzelten nicht sonderlich schönen Korallentürmen und viel Abfall in Form von Plastikflaschen und -tüten.

 

-          El Moghar:

Der bei unruhigem Meer schwere Einstieg erfolgt über das Riffdach durch eine kleine Öffnung. Anschließend durchtaucht man eine schmale, kleine Höhle, bevor man in die Korallenlandschaft eintaucht.

 

-          Torfa Saaba:

Auch hier erfolgt der Einstieg über eine Kleine Höhle, in der sich manchmal viele kleine Spiegelfische aufhalten. Sie reflektieren das spärliche Licht von außerhalb der Höhle und blitzen dadurch immer kurz auf.

 

 

Unterwasserbilder:

Im Anschluss noch einige Bilder, die ich mit meiner "Pappkamera" (die angeblich nur bis 3m Wasserdicht ist) beim Tauchen gemacht habe:

 

Blaupunkt-Stechrochen

 

Fransen-Drachenkopf

 

Riesige Grüne Schildkröte in Abou Dabbab

 

Gestreifter Schiffshalter unter ihrem Panzer

 

Das Highlight: 3 m-Dugong in Abou Dabbab (2006)

 

Schöner Einstieg durch eine kleine Höhle

 

Gepunkteter Igelfisch

Indischer Rotfeuerfisch

 

recht großer Napoleon am Hausriff

Netz-Feuerkoralle mit Fahnenbarsch

 

Rote Soldatenfische

 

Pharao-Sepia gut im Sand versteckt

 

Zebramuräne bei Tag am Hausriff

Sandra, meine Freundin…

 

Und Ich!

Schlafender Riesen-Kugelfisch

 

Riesenmuräne

 

Roter Krake beim Nachttauchgang

 

Spanische Tänzerin ebenfalls bei Nacht

 

Komischer Wurm auch bei Nacht

 

Ich hoffe, ich konnte die Erlebnisse und Eindrücke unserer Urlaube im Akassia anschaulich und weitestgehend objektiv wiedergeben.

 

Bei Fragen könnt ihr mich gerne unter alexander.schnur@postsv-tauchen.de anschreiben.

 

 

Alex