Und das Sams war auch dabei...    

oder Antauchen am Bodensee.

 

Vom 13. bis 16. Mai diesen Jahres fand das Antauchen unserer Abteilung am Bodensee, in Überlingen, statt. Da wir in diesem Jahr unser 30 – jähriges Bestehen feiern hatte der Vorstand beschlossen in diesem Jahr auch die ein oder andere Veranstaltung etwas größer zu Organisieren als sonst. So auch unser Antauchen, das vom See in der Nähe, an den Bodensee verlegt und mit einer Druckkammerfahrt verbunden wurde.

Am 13.05.05 wage ich zu behaupten, dass bei den Meisten (ähnlich wie auch bei mir) noch nicht so recht Entspannung einkehrte. Morgens noch auf die Arbeit..., ach das muss ich ja noch erledigen..., hallo Herr Kollege..., hab ich überhaupt meine Flossen eingepackt??, und so weiter und so fort. Nicht zuletzt dann auch die Anreise, welche im Schwarzwald jedes Mal die Gefahr birgt falsch abzubiegen und einen Umweg in Kauf nehmen zu müssen.  

Letzten Endes jedoch, waren am nächsten Morgen alle Teilnehmer pünktlich zur Druckkammerfahrt, vor dem Überlinger Krankenhaus erschienen. Frohen Mutes gingen wir ins Krankenhaus, ließen uns an der Info sagen: „Die Druckkammer, ja die ist im Untergeschoss.“ und nach kurzem Weg standen wir vor Günther und Birgit, dem Team, das unsere Druckkammerfahrt steuern und überwachen sollte. Nach einer herzlichen Begrüßung gab es zunächst einmal eine Einweisung in die Funktionsweise der Druckkammer und Günther schilderte uns den einen und anderen Tauchunfall, der schon in der Kammer behandelt wurde und deren Ausgang von glimpflich bis „dann doch nicht so toll“ reichte.

Beim Zuhören wurde es dem einen oder andern dann vielleicht doch ein wenig mulmig. „In das enge Ding, soll ich dann jetzt wirklich rein?“ Ich selbst war dann bei der ersten von zwei Fahrten dabei. Nach ein paar beruhigenden Worten von Birgit im Inneren der Kammer legte sich dann auch bei den meisten die Anspannung und es konnte losgehen.

Mit einem metallischen Geräusch, schloss sich die Hauptluke und der Druck begann zu steigen. Man musste beim Druckausgleich richtig Gas geben um mitzukommen. Ab einer Tiefe von 20-25 Metern wurde es dann sehr heiß in der Kammer und mancher glaubte an seinem Körper Stellen entdeckt zu haben, an denen er vorher noch nie geschwitzt hatte. Auf  57 Meter am unteren Ende der Fahrt angelangt (wer in der Theorie aufgepasst hat, weiß das hier eigentlich jeder einen Tiefenrausch bekommen kann) griff ich, wie mir vorher von Heinz aufgetragen wurde, in meine Tasche und verteilte die vorbereiteten Rechenaufgaben. Das war noch nicht das Problem. Als ich dann aber mit einer Stimme, wie sie Micky Maus alle Ehre gemacht hätte (bedingt durch den Druck) sagte: „So, jetzt nimmt sich jeder ein Blatt und versucht mal eine Aufgabe zu rechnen!“ hatte das den Erfolg, dass eben niemand mehr die Aufgabe rechnen wollte und alle in schallendes Gelächter ausbrachen. Es war dann halt doch interessanter auszutesten, wie die eigene Stimme klingt.

 Am Nachmittag trafen wir uns dann noch zu unserem ersten Tauchgang im Bodensee, den wir auch als Checktauchgang angesetzt hatten.Leider hatte unser Gerätewart Günther (nicht der von der Druckkammer), seine Tauchsachen nicht dabei. Nach kurzem Gespräch verabschiedete er sich dann mit den Worten: „Ich wohn ja gleich um die Ecke, ich geh sie holen.“ Wir anderen machten unser Tauchgerät soweit fertig und begannen uns ins Neopren zu zwängen. Irgendwann kam dann die Frage auf: „Wo bleibt eigentlich Günther?“, „Der muss sich dann doch auch noch fertig machen...“. Dieser Satz war noch nicht richtig zu Ende gesprochen, als Günthers Auto um die Ecke kam. Auf dem Fahrersitz: Günthers Frau und auf dem Beifahrersitz: Günther und zwar in voller Montur mit Neopren und Klodeckel. Er sprang aus dem Auto, schulterte seine Tauchflasche und fragte: „Gehen wir dann jetzt Tauchen?“

Ich brauche wohl nicht die Reaktionen der anderen Taucher zu schildern!? Carmen meinte nur: „Und täglich kommt das Sams!“ Leider war es kein gänzlich perfekter Nachmittag, wäre doch um ein Haar eines unserer Vereinsmitglieder, beim anziehen seiner Flossen, im Knietiefen Wasser ertrunken. An dieser Stelle ein Lob an Sven Thomé, für seine schnelle Reaktion. Wäre er nicht ohne zu zögern und voll bekleidet (und zwar nicht mit Tauchklamotten) ins Wasser gehechtet, wäre diese Situation wohl nicht so glimpflich ausgegangen.

Nach dem Tauchgang konnte dann jeder den Abend nach seinem Geschmack ausklingen lassen.

 Am 15. standen dann zwei Tauchgänge oder aber wahlweise ein Tauchgang und dann am Nachmittag ein Ausflug nach Meersburg auf dem Programm. Beim ersten Tauchgang kamen uns auf dem Weg zum Wasser zwei andere Taucher entgegen. Auf meine Frage: „Wie ist denn die Sicht?“ bekam ich die Antwort: „Welche Sicht???“. Aber meine Lieben, die Taucher vom Bodensee kennen nicht den Bostalsee! Also war die Sicht doch recht gut.

Am Nachmittag während die einen zum Tauchen gingen, startete der zweite Teil der Gruppe seinen Ausflug. Entgegen dem Wetterbericht wurde es ein schöner, sonniger Tag und man konnte eine schöne Zeit in der Stadt und auf der Meersburg verleben.

Den Abend ließen wir alle gemeinsam in südländischer Atmosphäre beim Griechen in Überlingen zu Ende gehen.

 Tags darauf am Pfingstmontag ging es noch einmal zum Tauchen. An diesem Tag hatten wir das Glück große Schwärme von Barschen vor die Nase zu bekommen, als wollten sie sich von uns verabschieden. Danach traten wir, nachdem wir ein schönes und erlebnisreiches Wochenende verbracht hatten, unseren Weg nach Hause an.

 Andreas Beul