Südaustralien

 

Anfahrt:

Selbst organisiert. Flug von Hobart (Tasmanien) nach Adelaide. Wer viel Gepäck hat, sollte vor dem Buchen eines Fluges unbedingt die Transportbedingungen der einzelnen Fluggesellschaften beachten.

 

Reisedauer:           

Die reine Flugzeit von Hobart nach Adelaide beträgt ca. 2 Std. mit Umsteigen (Zwischenstop) in Melbourne entsprechend mehr.

 

Zielorte:       

Adelaide, Edithburgh Jetty, Adrossan Jetty, Rapid Bay Jetty, Barossa Valley, Great Ocean Road, Ballarat, Melbourne

 

Geogr. Lage:                     

Süden Australiens (Staaten: Victoria, Südaustralien).

 

Transportmittel:    

Wohnmobil. Kosten je nach Mietdauer, Wagengröße und Gesellschaft.

 

Verkehr in Südaustralien:         

In Australien ist Linksverkehr. Die Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften ist soweit nicht anders ausgeschildert 50 km/h, auf Landstrassen außerorts 80 km/h, auf Autobahnen dürfen 100 km/h gefahren werden.

Für die Strecke von Adelaide nach Edithburg, Fahrstrecke ca. 300 km, braucht man mit dem Wohnmobil ca. 4,5 bis 5 Std.

Achtung: Obwohl weit abseits größerer Städte wie Adelaide, werden in sehr kleinen Ortschaften mit relativ wenig Verkehr, Geschwindigkeitsmessungen und Alkoholproben (Grenze 0,5 ‰) durchgeführt.

 

Essen und Trinken:         

Die Anzahl der Restaurants, ist in kleineren Orten sehr bescheiden. Die Preise sind durchschnittlich günstiger als in Deutschland. Außerhalb von größeren Städten sind die frühen Schließungszeiten der Restaurants (last Order für Essen meist nicht nach 19.30 Uhr) zu beachten. Alkohol wird nur in lizenzierten Restaurants ausgeschänkt. In anderen Lokalen kann man seine eigenen alkoholischen Getränke mitbringen und dort verzehren. Wein, Bier, etc. kann man zuvor in Bottelshops kaufen.

 

1. Adelaide:

In und rund um Adelaide findet man alles was das Herz begehrt. Eine schöne Stadt mit sehr guten Einkaufsmöglichkeiten, einigen Sehenswürdigkeiten und zahlreichen Hotels, Campingplätzen, Tauchbasen und ebenso zahlreichen Restaurants.

Die meisten Vermieter von Wohnmobilen sind hier ebenfalls ansässig.

 

Tauchbasen:         

Die Tauchbasis bei der wir Flaschen und Blei ausgeliehen hatten, befand sich in einem nördlich gelegenen Stadtteil von Adelaide, in Gelong. Diese war ganz neu eingerichtet,  hervorragend ausgestattet und bietet Tauchtrips zu vielen bekannten Tauchzielen an. Man kann von hier aus auch ohne Auto Tauchtörns buchen. Diese sind allerdings nicht billig.

Getaucht wird in der Regel mit 12 l Stahl-Flaschen. Leihgebühr für eine Flasche ca. 10 A$ pro Tag, hinzu kommt die Leihgebühr für den Bleigürtel ca. A$ 8. Die Flaschen gibt es mit DIN oder INT –Anschluss. Wir hatten Pech, dass wir eine Flasche erwischten, bei der der DIN-Anschluss unseres Automaten sich nicht vollständig eindrehen ließ. Das Ventil war leicht beschädigt, jedoch merkten wir dies erst am Tauchplatz. Freundliche Australier haben uns vor Ort aus der Patsche geholfen und für die Flasche wurde uns das Geld bei Rückgabe zurückerstattet.

 

2. Edithburgh:       

Unser nächstes Ziel lag auf dem Festland und war die Halbinsel Yorke Peninsula. Da wir unbedingt den Leafy-Seadragon sehen wollten, fuhren wir nach Edithburgh.

Am  Australienstand auf der Boot in Düsseldorf hatten wir uns vor Reiseantritt erkundigt und dort die Information erhalten, dass wir diesen dort sehen könnten. Diese Information stellt sich später als falsch heraus. Auch wurde der Tauchplatz als besser bezeichnet, wie der Pear in Exmouth. Auch da mag man ganz unterschiedlicher Meinung sein. Jedenfalls sieht man in Edithburgh ganz andere Dinge als in Exmouth. Das Tauchen in Edithburg ist jedoch kostenlos im Gegensatz zu Exmouth, wo eine spezielle Genehmigung seitens des Militärs erforderlich ist.

Edithburg selbst hat einen Campingplatz, wenige Restaurants, eine Übernachtungsmöglichkeit, eine Tankstelle mit Füllmöglichkeit für Tauchflaschen sowie ein Lebensmittelgeschäft.

 

Tauchplatz:

Der Edithburgh-Jetty ist eine schöne Stelle für Tauchgänge (Tiefe bis 10 m). Unter dem Jetty ist der beste Tauchplatz. Allerdings muss man auf viele Angelschnüre achten, da sich diese Jetties auch hervorragend zum Angeln eignen. Gefangen werden hier hauptsächlich Sepien.

Der Einstieg ist sehr leicht. Einfach eine Treppe hinuntersteigen, die bis ins Wasser reicht, das war`s.

Die UW-Landschaft ist eine Mischung aus Steinen und Kelb. Die Pfähle der Jetties sind wunderbar bewachsen und eignen sich für Film und Foto.

Wir sahen einige Sepien, große Tintenfische, Springmuschel und auffallend viele Steckmuscheln, die am Ende des Jettys ein riesiges Feld bildeten. 

Verschiedene Rochen, Kofferfische, Schulen von Old Wives, Boarfish, Seespinnen, Nacktschnecken, große Krebse, Felder mit Steckmuscheln und vieles mehr. Hier haben wir einen kleinen, braun, längsgestreiften Sepia gesehen, der nur im Süden Australiens vorkommt. Nach meinen Informationen nennt er sich Flaschenschwanzsepia.

 

Wassertemperatur:          

Die Wassertemperatur betrug im April ca. 17° - 18°C.  Hier ist es merklich wärmer als in Tasmanien.

 

Füllstation:

Eine Füllstation befindet sich in Edithburgh in der Tankstelle und ist jeden Tag geöffnet.

 

2.  Adrossan:         

Adrossan ist ca. 150 km von Edithburgh entfernt. Ein größerer Ort mit Einkaufsmöglichkeiten und Campingplatz. Hier befindet sich ebenfalls ein Jetty.

 

Tauchplatz:

Der Adrossan-Jetty ist eine schöne Stelle für Tauchgänge (Tiefe ca. 5 m bis 10 m). Unter dem Jetty ist der beste Tauchplatz. Über eine Treppe gelangt man auch hier ins Wasser. Es gilt auch für Adrossan, dass sich die Angler die Hand geben. Geangelt werden hier hauptsächlich Krebse.

Die UW-Landschaft ist eine Mischung aus Steinen, Seegras und Kelb. Die Pfähle der Jetties sind auch hier wunderbar bewachsen und eignen sich ebenfalls für Film und Foto.

Insbesondere trifft man hier auf große Krebse (blue giant crab). Diese strecken bei Annäherung ihre Arme und Scheren zur Drohgebärde aus. Die Größten, die wir gesehen hatten, dürften fast 1 m Spannweite gehabt haben. Dies ist wirklich sehenswert.

Daneben haben wir unter anderem verschiedene Rochen, Kofferfische, Boarfish, Quallen und Sepien gesehen.

 

Wassertemperatur:          

Die Wassertemperatur betrug im April ca. 17° - 18°C.

 

Dekokammer:        

Die nächste Dekokammer ist in Adelaide und mit dem Auto in passabler Zeit zu erreichen. Über die Bereitschaft muss man sich vor Ort informieren. Im Ernstfall vorher mit VDST Taucherhotline oder DAN die Kostenübernahme abklären!

                       

3. Barossa Valley:

Zurück fuhren wir über Adelaide gaben die Tauchflaschen ab und machten dann einen Abstecher ins Barossa Valley nach Tanunda. Das Barossa Valley ist eine der bekanntesten Weingegenden Australiens. Wer einen der besten Weine Australiens probieren möchte ist in dieser Gegend richtig. Die Weine sind durchaus mit den Bordaux Weinen vergleichbar und stehen mit diesen auf einer Stufe. Man kann ganz andere Weine probieren, wie die die normalerweise bei uns in den Regalen der Märkte zu finden sind. Einige der von uns probierten haben ausgezeichnet geschmeckt.

Durch das Barossa Valley fließt Australiens längster Fluss, der Murray River. Wer Zeit mitbringt kann eine Flusstour unternehmen. Zahlreiche Ausflugsschiffe fahren den Fluss entlang und bieten einen wunderbaren Blick auf die Sandsteinfelsen zu beiden Seiten des Flusses.

 

Tanunda:    

Tanunda liegt im Barossa Valley. Hier findet man einige der bekanntesten Weingüter Australiens. Weinproben sind tagsüber meist zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr möglich. Für Weintrinker quasi ein Muss!

 

4. Normanville:      

Weiter geht´s an Adelaide vorbei nach Normanville. Der Ort selbst ist relativ groß und man kann alle Vorräte auffüllen. Er liegt etwa 30 km von Rapid Bay entfernt. Hier ist die letzte Gelegenheit auf dem Weg zum Rapid Bay um Tauchflaschen zu besorgen. Leider haben wir am Rapid Bay keinen Ort ausmachen können, wo man die Flaschen auffüllen und ausleihen kann. Normanville hat zwei Campingplätze. Trotzdem waren beide ausgebucht und wir mussten uns einen anderen suchen. Kein Problem, da weitere Campingplätze weiter südlich Richtung Cape Jervis liegen. Übernachtungen waren hier etwas günstiger mit ca. 15 – 18 A$.

 

 

Tauchplatz:

Der Rapid Bay Jetty ist 488 m lang und damit der größte Jetty an dem wir waren. Das Tauchen hier ist strapaziös, da man in voller Ausrüstung ein gutes Stück über den Steg laufen muss. Der Steg ist ungefähr 8 m breit und ca. 6 m hoch. Nach ca. 400 m führt eine Treppe nach unten auf ca. 1,5 - 2 m über dem Meeresspiegel (gezeitenabhängig). Von da an springt man am besten ins Wasser. Heraus kommt man über eine senkrecht nach oben führende Eisenleiter. Das Erklimmen der Plattform über diese Leiter ist mit voller Tauchausrüstung und Video oder Fotoausrüstung fast ein akrobatischer Akt also sehr schwer. Wer Helfer hat sollte diese unbedingt beanspruchen!

Das Tauchen unter dem Jetty ist ähnlich dem der anderen Jetties. Jedoch ist der Untergrund steiniger und zu den Rändern des Jettys hin eine Mischung aus Seegras und Kelb. Hier haben wir endlich den Leafy Seadragon gefunden und mit sehr viel Glück gleich 7 Stück gesehen, gefilmt und fotografiert. Tags darauf jedoch nur einen.

 

Neben vielen anderen Fischen haben wir auch hier Rochen, Igelfische, Schulen von Old Wives, Boarfish, Springmuscheln und Quallen gesehen.

 

Besonderes:

Von hier aus ist es nicht weit nach Cape Jervis, wo die Fähre nach Kangaroo-Island abfährt. Wer am Rapid Bay Jetty taucht, sollte wegen der Tierwelt unbedingt einen Abstecher nach Kangaroo-Island machen. Hier sind zahlreiche Koalas, Kangaroos, Seelöwen, Seehunde, Pinguine, etc. in freier Natur zu sehen (siehe Beschreibung Kangaroo-Island).

In der Nähe von Rapid Bay kann man auch Höhlentauchen in Süßwasserseen durchführen. Wer daran Interesse hat, sollte sich vor Ort genau informieren.

 

Great Ocean Road:

Diese Strasse ist etwas besonderes! Sie gehört nicht um sonst zu den 10 schönsten Strassen unserer Erde. Sie liegt auf der Strecke zwischen Adelaide und Melbourne und führt ca. 300 km an der Küste vorbei. Einfach toll. Die Australier haben die Zufahrten zu den markanten Punkten und Aussichtsplattformen hervorragend ausgebaut. Man kann über gut begehbare Wege von dort aus die anlandende mehrere Meter hohe Brandung des Ozeans an der steil abfallenden Küste bestaunen. Man sollte genug Zeit einplanen, denn ein Platz ist schöner als der andere und man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Schwer vorstellbar dort zu tauchen. Mit einem geeigneten Boot, viel Mut, ausgezeichneter Kondition und Taucherfahrung sowie größerem Abstand zur Küste jedoch denkbar.

Zu erwähnen sind die 12 Apostel. Felsen, die etwa in der Mitte der Strecke parallel zur Küste verlaufen. Bei gutem Wetter werden hier Rundflüge mit Hubschraubern angeboten. Je nach Flugdauer, die zwischen 15 min und 1 Std. liegt, liegen auch die Preise. Etwa zwischen 75 A$ und 150 A$ p. P..

 

Ballarat:       

Ballarat war die größte Goldgräberstadt mit oberflächennahem Abbau der Erde. Die Stelle, wo Gold gefunden wurde, ist orginalgetreu nachgebaut worden. So fahren dort Postkutschen, in denen man mitfahren kann. Es sind Goldschmieden, Verkaufsläden, Schule, Kirche, Unterkünfte der Arbeiter, etc. zu besichtigen, sofern man die Zeit dazu hat.

Man darf nicht vergessen man kann heute immer noch nach Gold graben. Ist man erst einmal dabei und hat kleinere Stückchen gefunden, kann man schnell verstehen, wie es zu dem Goldrausch kam. Kaum vorstellbar, wenn diese größer wären??

 

Besonderes:          

Auf der Strecke zwischen Adelaide und der Great Ocean Road kommt man ebenfalls an vielen Weingegenden vorbei. Ein Besuch lohnt sich.

Zwischen der Great Ocean Road und Melbourne sind herrliche Strände, die sich hervorragend zum Surfen eignen.

An den Strassenrändern kann man des öfteren Koalas sehen.

 

Melbourne: 

Eine große moderne Stadt. Bietet alles was eine westeuropäische Großstadt auch hat. Als Taucher geht man unter anderem natürlich auch ins Aquarium. Allerdings hat uns das Aquarium in Sydney besser gefallen. Von Melbourne aus kann man Flussfahrten unternehmen und Ausflüge zu Stellen (Phillip Island) an denen abends Pinguine an Land kommen.

In Melbourne fahren mehrere Strassenbahnen. Eine Linie fährt immer einen großen Kreis um die Innenstadt an allen sehenswerten Gebäuden vorbei. Die Benutzung dieser Strassenbahn macht Spaß und ist außerdem kostenlos.

Beim Bummeln durch die Einkaufsmeilen oder die Markthallen kann man viel Zeit verbringen und natürlich auch Geld ausgeben. Hier sind zahlreiche hervorragende Restaurants. Für jeden Gaumen und Geldbeutel etwas und Essen zu späterer Zeit überhaupt kein Problem.

Zu erwähnen bleibt, wer mit dem Auto in die Innenstadt fährt, muss hierfür eine Maut bezahlen. Das ist ähnlich wie in London.

 

Tauchbasen:

In und rund um Melbourne sind einige Tauchbasen ansässig. Wir waren aus zeitlichen Gründen in Melbourne nicht mehr tauchen. Traut man den Anzeigen und der Werbung, so sind hier unter anderem einige schöne Wracks zu betauchen.

 

Dekokammer:        

In Melbourne gibt es eine Dekokammer. Über die Bereitschaft muss man sich vor Ort erkundigen. Im Ernstfall muss man sich wegen der Kostenübernahme zuvor mit der VDST Taucherhotline oder DAN in Verbindung setzen.

 

Medikamente:        

Verbandsmaterial und alle normal benötigten Medikamente. Medizinische Versorgung ist mit Deutschland vergleichbar. Außerhalb Melbournes sollte man je nach Aufenthaltsort allerdings an lange Transportwege denken.

 

Angaben Stand:                        Jahr 2004 / 2005

Heinz Krämer